Es folgt ein Studium der Musikphilosophie, er wird Lehrer für klassische Gitarre an der Musikschule Tempelhof – und im Kino ist er als musikalischer Koch zu sehen, im Film Joan of Arc of Mongolia zusammen mit Gilian Scalici, Irm Hermann, Peter Kern und Else Nabu (Linie 1), in einer Produktion von Ulrike Ottinger und der Crew von R.W. Fassbinder. Er jammt und soliert sich durch die Berliner Jazzszene, wo er schon bald die Be-und Hardboppende Klarinette spielt.

Arrangieren und Instrumentieren werden tägliche Beschäfftigung. Dialogmusik mit Nikolaus Timm (Schaubühne) inspiriert ihn zu atonalen Zwölftonkompositionen. Als Klarinettist gehört er dem Ensemble "Brainstorming" an: ein Projekt gewachsen aus einer Zusammenarbeit der Kompositionsstudenten Moderner Musik der Musikhochschulen Berlin und New York. Auch zieht er mit der Klarinette als Straßenmusiker durch Irland und Norwegen, tritt mit Giora Feidman auf, und bringt manch jiddische Hochzeit zum Tanzen. So wächst langsam, aber sicher die bunte Palette aus Form, Rhythmus, Harmonie und Melodie, aus der er als Komponist sein Werk erschafft.

Die Inspirationsquellen sind so manigfaltig wie die Strömungen. Jahrenlange Studien der Kompositionstechnik von J.S. Bach, die Improvisationskunst von John Coltrane und Buddy de Franco, die Kunst des Liedermachens von Joni Mitchell, tiefe Bewunderung für die Vielseitigkeit von Egberto Gismonti geben eine grobe Skizze. Auf der Basis dieser Kenntnis der Vergangenheit steht er nun mit beiden Füßen im 21. Jahrhundert.

Jan Deckers, Komponist

Als Kind schon kommt Jan Deckers in Berührung mit der Musik. Im Grundschulalter wird durch seinen ersten Klarinettenlehrer Hub Deitz ein klassisches Fundament gelegt. In diese Zeit fällt auch die erste Begegnung mit Popmusik in einer Schulband und erhält Jan Deckers Schlagzeugunterricht, ein Freund zeigt ihm die ersten Griffe auf der Gitarre. Als Soloklarinettist im örtlichen Orchester und als Sologitarrist in einer regionalen Band, erweitert durch ein Studium der klassischen Gitarre bei Jan van Roosendaal (jetzt Lehrer an der Musikschule Kreuzberg/Berlin), gewinnt er die breite Erfahrung, die ihn zum Konservatorium Maastricht führt.

Es entsteht, soweit wie nicht schon vorhanden, ein reges Interesse an Komposition und Improvisation und auch die Entdeckung des Modern Jazz (Jayeff) erweitern seinen musikalischen Horizont. Seine Abenteuerlust, führt ihn dann in seinem "Sturm und Drang" ins ehemalige West-Berlin.
Die Klarinettentechnik und die Improvisationskunst werden hier weiter verfeinert (mithilfe von Gregoire Peters, jetzt Lehrer im Fach Saxophon an der Universität der Künste Berlin), und es folgt ein Jahrzehnt randvoll mit Auftritten mit Gruppen unterschiedlichster Prägung.

Zusammen mit Jan van Roosendaal, Simone Reifegerste (Voice) und Peter Jack entsteht Blue Tunes for Nightpeople, eine Unplugged-Band in den Achtzigern. Als Klarinettist beim Zigan-Orchester Kasbek lernt Deckers dann Balkan- und Klezmermusik kennen.


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